Wie schmerzhaft ist eine Bruststraffung wirklich?

Eine Bruststraffung tut weh, aber weniger, als die meisten Patientinnen vorher befürchten. Am stärksten sind die Beschwerden in den ersten zwei bis drei Tagen, danach lassen sie spürbar nach. Mit der richtigen Schmerzmedikation bleibt der Eingriff gut kontrollierbar.

Die Angst vor der OP ist bei kaum einem Eingriff so viel größer als das, was Patientinnen hinterher tatsächlich erleben.

Bruststraffung

Spüre ich während der Operation etwas?

Die Bruststraffung wird in Vollnarkose durchgeführt. Während des Eingriffs selbst spüren Sie nichts.

Die eigentliche Belastung beginnt erst, wenn die Narkose nachlässt, meist noch am OP-Tag oder am Morgen danach. Bis dahin wirkt bereits eine erste Schmerzmedikation, die die kritischste Phase abfedert.

Wie stark sind die Schmerzen in den ersten Tagen?

Am intensivsten sind die Beschwerden in den ersten 48 bis 72 Stunden. Typisch ist ein Ziehen und Spannen in der Brust, vergleichbar mit starkem Muskelkater. Beim Husten, Lachen oder tiefen Einatmen kann kurzzeitig ein stechendes Gefühl auftreten.

Eine wissenschaftliche Erhebung mit 106 Patientinnen nach Bruststraffung, Bruststraffung mit Implantat und Brustverkleinerung kam auf eine durchschnittliche Schmerzstärke von 4,5 von 10 Punkten auf der gängigen Schmerzskala . Das liegt im mittleren Bereich, spürbar, aber weit entfernt von den Werten, die etwa nach größeren orthopädischen Eingriffen üblich sind.

Ein Taubheitsgefühl im Bereich der Brustwarze oder entlang der Narben ist in dieser Phase normal und meist kein Grund zur Sorge.

Wie entwickeln sich die Schmerzen in den Wochen danach?

Zeitraum
Typisches Empfinden
Worauf zu achten ist
Zeitraum Tag 1–3
Typisches Empfinden Stärkste Schmerzen, Ziehen, Druckgefühl
Worauf zu achten ist Schmerzmittel nach Schema einnehmen, nicht erst abwarten
Zeitraum Tag 4–7
Typisches Empfinden Deutlicher Rückgang, eher Spannungsgefühl
Worauf zu achten ist Kompressions-BH konsequent tragen
Zeitraum Woche 2–6
Typisches Empfinden Leichtes Ziehen bei Bewegung möglich
Worauf zu achten ist Sport und Heben noch einschränken
Zeitraum Ab Woche 6
Typisches Empfinden Meist beschwerdefrei
Worauf zu achten ist Kontrolltermin zur Abschlussbeurteilung bei mir in der Praxis

Nach etwa sechs Wochen berichten 99% meiner Patientinnen von keinen relevanten Schmerzen mehr. Ein leichtes Ziehen bei bestimmten Bewegungen kann vereinzelt noch länger spürbar bleiben. Das hat mit der Vernarbung zu tun, nicht mit einem Problem der OP.

Wovon hängt ab, wie stark die Schmerzen ausfallen?

Nicht jede Bruststraffung fühlt sich gleich an.

Ausmaß der Straffung: Je mehr Haut entfernt und je weiter die Brustwarze angehoben werden muss, desto größer die Wundfläche und desto spürbarer die ersten Tage.

Kombination mit anderen Eingriffen: Wird die Straffung mit einer Brustvergrößerung mit Implantaten kombiniert, kommt durch die Dehnung des Gewebes meist ein zusätzliches Druckgefühl dazu.

Individuelle Schmerzempfindlichkeit: Manche Frauen berichten kaum von Beschwerden, andere empfinden denselben Eingriff als deutlich unangenehmer. Das lässt sich vorab nicht sicher vorhersagen.

Auch die gewählte Schnitttechnik und die Erfahrung der Operateurin spielen eine Rolle. Fachärztinnen und Fachärzte für Plastische Chirurgie, wie sie etwa in der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie organisiert sind, arbeiten mit gewebeschonenden Nahttechniken, die Spannung auf das Gewebe reduzieren und damit auch die Beschwerden danach.

Was hilft gegen die Schmerzen?

  • Schmerzmittel konsequent nach dem verordneten Schema einnehmen, nicht erst warten, bis der Schmerz stark wird

  • Kompressions-BH durchgehend tragen, er stützt das Gewebe und reduziert Bewegung im Wundbereich

  • Auf dem Rücken schlafen, Oberkörper leicht erhöht lagern

  • Arme nicht über Schulterhöhe heben

Häufige Fragen

Brauche ich starke Schmerzmittel wie Opioide?

Nein, Opioide werden nicht gebraucht nach einer Bruststraffung. Den meisten Patientinnen reichen die herkömmlichen Schmerzmittel aus. In den ersten Tagen sollten Sie konsequent eingenommen werden. 

Tut eine Kombination mit einer Brustvergrößerung mehr weh?

In der Regel etwas mehr, weil zusätzlich Gewebe gedehnt wird. Der Unterschied ist meist in der ersten Woche spürbar, danach gleicht sich der Heilungsverlauf an.

Ab wann fühlt sich die Brust wieder normal an?

Das Spannungsgefühl legt sich meist innerhalb von sechs Wochen. Ein vollständiges, natürliches Gefühl kann je nach Sensibilität der Nerven einige Monate dauern.

Wann sollte ich mich bei Schmerzen melden?

Wenn die Schmerzen nach dem dritten Tag stärker statt schwächer werden, oder Fieber, Rötung oder eine warme, gespannte Brust dazukommen, sollten Sie sich zeitnah bei mir melden. 

Meine Erfahrung

In der Nachkontrolle höre ich von vielen Patientinnen denselben Satz: Sie hatten sich die ersten Tage schlimmer vorgestellt. Meistens braucht es keine Wunder, sondern konsequente Schmerzmedikation, den Kompressions-BH und etwas Geduld mit dem eigenen Körper.

Trotzdem sage ich meinen Patientinnen offen: schmerzfrei ist eine Bruststraffung nicht. Realistisch ist ein Eingriff, der unangenehm, aber gut zu bewältigen ist, wenn man ihn ernst nimmt und sich die nötige Zeit für die Erholung gibt.

Dr. Sara Abayev ist Fachärztin für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie mit über 15 Jahren medizinischer Erfahrung, umfassender klinischer und wissenschaftlicher Expertise sowie einem klaren Fokus auf natürliche, evidenzbasierte Ergebnisse.

 

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