Nach einer Botox-Behandlung sollten Sie mindestens 24 Stunden , besser jedoch 48 Stunden auf das Solarium verzichten.Der Grund liegt in der Hitze und der UV-Strahlung, die beide die frisch behandelte Haut zusätzlich reizen und das Ergebnis beeinträchtigen können.
Botox wird direkt in die Muskulatur injiziert und braucht Zeit, um sich dort zu verteilen und zu wirken. Die Einstichstellen sind in den ersten Tagen empfindlich, und die Haut steht unter leichtem Reizzustand. UV-Strahlung, ob aus dem Solarium oder von der Sonne, erhöht die Durchblutung und die Hauttemperatur. Beides kann dazu führen, dass sich Schwellungen oder kleine Blutergüsse verstärken und dass sich das Mittel ungleichmäßiger im Gewebe verteilt, als es sollte.
Die UV-Strahlung im Solarium verhält sich dabei ähnlich wie natürliches Sonnenlicht, nur konzentrierter und ohne die natürlichen Schutzmechanismen, die man im Freien zumindest teilweise hat.
Die Angaben in der Fachliteratur und in Praxen schwanken zwischen 24 Stunden und einer Woche. In der ersten Phase, den ersten 24 bis 48 Stunden, ist das Risiko am größten, weil sich das Botox in dieser Zeit noch nicht vollständig im Muskel gebunden hat.
Daher empfehle ich vorsichtshalber, für mindestens zwei Tage auf Solarium, Sauna und intensive Sonneneinstrahlung zu verzichten.
Ein einzelner Solariumbesuch am Tag nach der Behandlung führt nicht automatisch zu einem Problem, das Risiko steigt aber messbar. Mögliche Folgen sind stärkere Schwellungen, ein schnellerer Abbau des Wirkstoffs durch die erhöhte Hauttemperatur und im schlimmsten Fall ein ungleichmäßiges Ergebnis, etwa wenn sich das Botox in Bereiche verteilt, in denen es nicht wirken soll.
Unabhängig von Botox gilt Solariumnutzung ohnehin als vermeidbarer Risikofaktor für die Haut: Die künstliche UV-Strahlung entspricht in der Intensität etwa der Äquatorsonne zur Mittagszeit, wie die Österreichische Krebshilfe über das offizielle Gesundheitsportal erklärt. Gerade in der Erholungsphase nach einer Behandlung ist das ein zusätzlicher Grund, kurz zu pausieren.
Wer auf die Bräune nicht verzichten möchte, kann Selbstbräuner verwenden. Für den Alltag empfiehlt sich ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, auch bei bewölktem Himmel. Kühlung der behandelten Bereiche in den ersten Stunden nach der Behandlung reduziert zusätzlich das Risiko von Schwellungen. Ganz wichtig, falls gekühlt werden sollte, ist jedoch darauf zu achten, dass kein Druck auf die behandelten Regionen ausgeübt wird.
In der Beratung weise ich aktiv darauf hin, weil es einer der Punkte ist, die Patientinnen am ehesten unterschätzen. Wer im Sommer eine Auffrischung plant, sollte den Solariumbesuch am besten schon vorher einplanen und danach eine kurze Pause einlegen.
Dr. Sara Abayev
Dr. Sara Abayev ist Fachärztin für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie mit über 15 Jahren medizinischer Erfahrung, umfassender klinischer und wissenschaftlicher Expertise sowie einem klaren Fokus auf natürliche, evidenzbasierte Ergebnisse.